Western Australia

Diesmal hat unsere Reise im Westen Australiens begonnen. Mit der Malaysian Airlines flogen wir von Frankfurt über Kuala Lumpur nach Perth, der Stadt mit 300 Sonnentagen, die auch für uns einen strahlenden Empfang bereit hielt.

Während der insgesamt 5 Tage in Perth haben wir das für Dezember typische, sehr schöne Wetter genossen. Neben dem angenehmen Wind zeichnet sich besonders die niedrige Luftfeuchtigkeit aus. Perth mit seiner eindrucksvollen Skyline hat uns während unseren Aufenthalts den Eindruck einer modernen und lebhaften Großstadt vermittelt. Zum Standardprogramm gehört sicherlich eine River Cruise auf dem Swan River nach Fremantle, dem Zugang zum Meer. Wer einen Abstecher zum Strand unternehmen will, braucht dementsprechend mehr Zeit.

In Perth selbst haben wir besonders die Sonnenuntergänge rund um den Bell-Tower genossen und zum ersten Mal nach einem aufregenden Jahr in Deutschland Ärger und Streß vergessen (Urlaubsziel: Tag für Tag genießen und vergessen, welcher Tag gerade ist - Australien erleichtert das, da die meisten Geschäfte täglich geöffnet sind und Probleme wie der Ladenschluß nicht existieren). Wie beim Lesen der anderen Seiten vielleicht schon zu vermuten war, haben wir die ersten 24 Stunden nach der Ankunft damit verbracht, einen Hochzeitsstrauß zu organisieren, das Standesamt zu finden, Trauzeugen aufzutreiben, zu heiraten und uns die offizielle Urkunde beglaubigen zu lassen. Am Ende war der Tag ein voller Erfolg und die Hochzeit genau so, wie wir es uns immer erträumt haben. In den Tagen darauf haben wir uns allerdings ein paar mal gedacht, daß die ganze Aktion vom Zeitplan extrem knapp bemessen war und wir echt Glück hatten, alles "in time" zu erledigen.

Die Hochzeitsreise in der Hochzeitsreise am folgenden Tag führte uns im Off-Road-Truck in den Nambung National Park, um die berühmten Pinnacles anzusehen (so wie zigtausende von den ortsansässigen Sandflies auch). Wir hatten uns für eine organisierte Tagestour im Allrad-Mini-Bus mit einem ortskundigen Tourguide entschieden. Angesichts des umfangreichen Programms die richtige Wahl. Neben den Pinnacles umfaßte die Tour ausgedehnte Fahrten auf Off-Road-Tracks, Ausflüge ans Meer, einen Tierpark, einen Abstecher nach Cervantes und auf dem Rückweg eine actiongeladene Wüstentour inklusive Sandsurfing. Nachdem wir diese hinter uns hatten, war auch klar, warum sich der Tourguide vor der Wüstenrallye schriftlich hatte garantieren lassen, daß wir alle "auf eigene Gefahr" teilgenommen haben.

Zwei Tage des Entspannens und Kraft tankens später und unmittelbar nach der Übernahme unseres Mietwagens (wieder mal ein durch und durch überzeugender Ford Falcon Forte - diesmal in sturmblau) ging es auf dem Brand Highway in Richtung Norden nach Geraldton, unserer Zwischenstation auf dem Weg nach Monkey Mia. Für einen Spaziergang am Meer sollten unbedingt 1 bis 2 Stunden investiert werden, auch wenn das Wasser nicht gerade die Idealtemperatur für ein Vollbad hat - bis zu den Knien gehts ja immer. Mit etwas Glück beobachtet der Durchschnittstourist bereits in dieser Gegend den einen oder anderen wilden Delphin, der ein paar hundert Meter vom Strand entfernt seine Kreise zieht.

Am nächsten Tag gings dann über Denham weiter nach Monkey Mia. Dabei stellte sich schon wieder dieses angenehm beklemmende Gefühl ein, wenn man in immer dünner besiedelte Regionen nach Norden vorstösst. Bereits hier begegnet man den typischen, einsamen Roadhouses, und der unaufhaltsame Entspannungsprozess beginnt. Spätestens in Monkey Mia hat die ruhige und friedliche Atmosphäre dann gewonnen. Im Resort mit seinen gemütlichen und funktionellen Blockhäusern abends bei Sonnenuntergang ruhig auf der Veranda zu sitzen und abwechselnd aufs Meer und in den sternenbedeckten Himmel zu blicken (und das Southern Cross zu suchen), hat schon was für sich. Natürlich gehört zum Monkey Mia Besuch auch die staunende Teilnahme an der Delphinfütterung, die mehrmals täglich durchgeführt wird. Mit etwas Glück kommen die wilden Delphine jedoch auch am Nachmittag öfters zu Besuch in die Bucht und schwimmen gemeinsam mit den Touristen. Segelfreunde können die Shark Bay auf Catamaranen wie der Shotover auch vom Wasser aus erkunden. Die am Land zurückgebliebenen bekommen übrigens auch einen schönen Eindruck von der farbenfrohen (Unterwasser-)Welt, sie brauchen nur auf die Rückkehr der Bootsausflügler zu warten, um in deren krebsroten Gesichtern den Stand der Sonne abzulesen.

Auf dem Rückweg nach Perth machten wir einen Halt mit Übernachtung im Kalbarri Resort, nicht ohne am Shell Beach einen ausgedehnten Mittagsspaziergang unternommen zu haben. Der kilometerlange Shell Beach besteht vollkommen aus Muschelbruchstücken, Schuhe sind in jedem Fall empfehlenswert. Im Kalbarri Resort gab es dann in den Cafes wieder Möglichkeiten, über Internet-PCs Kontakte zur Außenwelt zu knüpfen (auch wenn etwas Geduld dafür nötig war). Nach unserer Ankunft in Perth und zwei weiteren schönen Abenden haben wir die Strecke nach Adelaide mit Hilfe eines Flugzeuges überbrückt. Alternativen sind eine Fahrt mit dem Indian Pacific oder mit dem Auto/Bus durch die Region um den Great Australian Bight. Hier hat uns ein netter Marinesoldat aus Adelaide auf dem Flug erzählt, daß die Fahrt mit dem Auto durchaus eine Geduldsprobe darstellt und sich währenddessen jede Menge Andenken ansammeln: der Sand aus der Great Victoria Desert, der so feinkörnig sei, daß er sich bis in geschlossene Koffer vorarbeitet. Mißverständnisse können wir gänzlich ausschließen, denn mit seinem Rosenheimer-Dialekt (Eltern stammen beide von dort, er ist aber in Australien geboren) war er ebenso viel Bayer wie wir selbst.