Unseren ersten Stop in New South Wales legten wir in Cooma ein. Selbst an den beiden Hochsommertagen, die wir dort verbrachten, war die Stadt immer noch unverkennbar ein Wintersportzentrum. Der Blue Cow in den Snowy Mountains ist innerhalb einer Autostunde bequem zu erreichen, der Gipfel ist am bequemsten mit Hilfe des Skitube zu erklimmen. Trotz der heißen Temperaturen hatte es oben in den Gipfeln zwei Tage zuvor noch geschneit.
Obwohl von New South Wales umringt, bewegten wir uns am nächsten Tag im ACT (Australian Capital Territory). Canberras Sehenswürdigkeiten lassen sich problemlos an einem Tag erledigen. Eindrucksvoll ist hier in erster Linie die Anlage des New Parliament House bis zum James Cook Memorial im Lake Burley Griffin. Ansonsten kann Canberra sich mit keiner der anderen Großstädte Australiens messen. Auch der Nahverkehr ließ sehr zu wünschen übrig.
Nach den 3 Tagen in Canberra war es für uns auch nicht schwer, die Hauptattraktion der australischen Hauptstadt auszuwählen: das schönste an Canberra ist das Abflugterminal des Domestic Airports. Nach gut einer Stunde Flug (mit einer Dash-Propellermaschine) landeten wir in Sydney, das aber von Canberra ebenso problemlos mit dem Auto zu erreichen ist.
Auch wenn wir inzwischen auf mehreren Reisen insgesamt ca. 3 Wochen in Sydney verbracht haben, so gibt es immer noch jede Menge Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht "abarbeiten" konnten. Deswegen erscheint es für sehr verwegen, wenn in diversen "All-inclusive-Rundreiseangeboten" immer wieder zu lesen ist, daß für Sydney durchaus 2 großzügige Tage eingeplant wären.... Zweifelsohne wird das Programm jedes Individualtouristen anders aussehen, wir beschränken uns bei unserer Aufzählung auf das, was wir uns bis jetzt angesehen haben.
Das Zentrum Sydneys gehört zu den Orten, an denen zu jeder Tages- und Nachtzeit immer etwas zu erleben ist: rund um den Circular Quay, The Rocks und Darling Harbour ist wirklich immer was los. Die Atmosphäre dieser belebten Hotspots begeistert rund um die Uhr. Zu den zahlungspflichtigen Attraktionen Sydneys zählen der Torango Zoo, das Maritim Museum, das Aquarium und der Center Point Tower. Am beeindruckendsten war die Aussicht von dort oben am frühen Abend, da man Sydney so bei Tage aus der Vogelperspektive erlebt und gleichzeitig sieht, wie schnell sich die Stadt nach Einbruch der Dunkelheit in ein gigantisches Lichtermeer verwandelt.
Ein Besuch in den Blue Mountains mit Benutzung der Katoomba Skyrail und ein Ausflug zu den Three Sisters gewährt Eindrücke über die Region westlich von Sydney. Sportbegeisterte verbringen am besten ein paar Stunden in den olympischen Anlagen von Homebush Bay, die wie alles andere am einfachsten mit den River Cats zu erreichen sind. An sich lohnen sich alle Fährrouten, die vom Circular Quay ausgehen. Einen ganzen Tag sollte für einen Besuch in Manly reserviert werden. Die Strände rund um Bondi und Bronte kann man beim Baden erkunden. Wer früh morgens oder auch später den einmaligen Pfad an der Steilküste entlang joggt bzw. abwandert, wird ebenfalls bleibende Erinnerungen im Gedächtnis behalten. Wem Einheimische lieber als Touristen sind, der sollte unbedingt den Paddington Market (findet nur Samstags statt) in der Oxford Street besuchen (diejenigen, die ausschließlich Touristen sehen wollen, drängeln sich durch den Paddys Market in Chinatown. Entspannung nach dem Gewusel bringt ein Besuch im Chinese Garden of Friendship gleich um die Ecke). Etwas exklusivere Souvenirs finden sich im QVB (Queen Victoria Building). Um zwischen dem Sightseeing nicht vom Fleisch zu fallen, ist ein Besuch auf dem Fishmarket genau das Richtige. Den kleinen Imbiss zwischendurch genehmigen sich Touristen und Sydneysider in einem der groß angelegten Foodcourts in den Einkaufszentren rund ums QVB. Das elegante Abenddiner wird am stilvollsten in The Rocks (gleich neben der Bounty und mit Blick auf das Opera House) genossen - hier leert sich die Flasche allerdings ebenso schnell wie der Geldbeutel. Eine noch bessere Aussicht gibts nur am Milsons Point - und die Verpflegung von Marthas Gourmet Kitchen gleich unter der Harbour Bridge ist auch nicht zu verachten.
Bevor das Geld gnadenlos zu Ende geht, kann man sich im Kasino in Starcity neues holen oder die Reste schnellst möglich verjubeln. Eintritt ist frei, besondere Garderobe ist nicht notwendig. Ist man erstmal pleite, liegt ein Besuch zur Besinnung auf dem Observatory Hill, der Watsons Bay oder dem Gap Park nahe (die sind kostenlos). Die Royal Botanical Gardens bis Mrs Macquaries Chair sind leider nur tagsüber geöffnet, aber abends kann ja das Opera House besucht werden. Etwas buntere Unterhaltung findet sich in Kings Cross, wo wir immer unsere Zelte aufgeschlagen haben. Leider müssen wir uns das nächste Mal einen anderen Swimmingpool im 17 Stock suchen, "unser" Hotel wurde in ein Apartmenthaus umgebaut.
Rund um Sydney sind im weiteren Umfeld natürlich diverse Wildlife Parks angesiedelt, z.B. Pennant Hills oder Featherdales, in denen die australische Tierwelt auf kürzeste Distanz beobachtet und gestreichelt werden kann.
Zum Verständnis: Sydney war der Endpunkt unserer zweiten Reise und der Ausgangspunkt unseres ersten Trips die Ostküste entlang in Richtung Norden. Deswegen geht es hier jetzt übergangslos weiter...
Wer es schafft, mit dem Mietwagen unbeschadet aus Sydney raus zu kommen (also trotz einiger Baustellen den Weg durch den Tunnel oder über die Harbour Bridge in Richtung Norden findet), wird erst einmal feststellen, wie weitläufig Sydney sich ins Umland erstreckt. Bis die Ausläufer hinter sich gelassen werden, ist einem der Linksverkehr und das Automatikgetriebe mehr oder weniger vertraut (eingefleischte Sydneysider bezeichnen den Verkehr und seine Teilnehmer im übrigen als ruhig, zuvorkommend und gelassen - gaaaaanz anders als in Melbourne, was wir jedoch nicht unbedingt bestätigen können).
Die erste Zwischenstation auf dem weiten Weg nach Cairns war Port Macquarie. Mit etwas Glück findet sich ein apartmentähnliches Motelzimmer mit Blick auf den Macquarie River. Empfehlenswert ist auch ein Besuch im ortsansässigen Koala Hospital (ist übrigens auch im Internet und bietet die Möglichkeit, einen Koala zu adoptieren). Wer sich etwas mit den kleinen Patienten und deren Schicksalen befaßt und mit den ehrenamtlichen Pflegern gesprochen hat, begreift schnell, daß eine (kleine) Spende hier sehr gut angelegt ist.
Am nächsten Tag ging es dann weiter in Richtung Ballina, nicht ohne eine ausgedehnte Mittagspause in der Plantage des "Big Banana" einzulegen, um sich mit eisgekühlten Milkshakes zu erfrischen und mit Bananen direkt vom Baum einzudecken. Für Insider mag Ballina als Mekka für Life Worms, Angelzubehör und Friseure unersetzlich sein, uns hat in jedem Fall der Whirlpool vorm Hotel, die Domino-Pizza zum Diner und das ausgiebige Frühstück (incl. frischer Steaks) begeistert.
Kurz vor dem Verlassen von New South Wales haben wir dann noch Macadamia Castle besucht und gestaunt, auf wieviele Arten man die "Königin der Nüsse" zubereiten kann.