Eines der ersten Highlights in Queensland liegt in Cape Byron, wo ein malerischer Leuchtturm den östlichsten Punkt Australiens markiert. Das Light House ist über einen schön angelegten "1.5 km Walk" zu erreichen, der durch Berg, Tal und Buschlandschaft führt (auf keinen Fall Getränke vergessen!). Alternativ bietet sich die Straße an, was nach ca. der Hälfte des Fußwegs immer interessanter werden dürfte.
Von Byron Bay aus ging es nach Palm Beach an der Gold Coast, wo sich entlang der Meeresküste ein Schlauch aus Hotellandschaften ans Meer schmiegt. Vorteil: fast jede Unterkunft besitzt einen eigenen Hausstrand. Wasser und Wellen machen einen Riesenspaß, und die Skyline von Surfers Paradise leuchtet am Horizont. Die Tierwelt Australiens läßt sich in den verschiedenen Freizeitparks erkunden, die Landbewohner im Currumbin Sanctuary Wildlife Park, die Meerestiere in Seaworld.
Auf dem Weg nach Fraser Island fuhren wir an Brisbane vorbei nach Maroochydore an die Sunshine Coast. Trotz der relativ späten Reisezeit Ende Februar/Anfang März erlebten wir hier bezeichnenderweise den einzigen Regentag unserer 3-wöchigen Tour. Dies bedeutet jedoch nicht, daß es im Norden um diese Jahreszeit nicht regnet. Im europäischen Frühjahr 2000 verwüstete der Cyclone Steve die Ostküste und deren Städte ein paar Tage vor unserer Ankunft. Ein paar Bekannte, die wir später kennenlernten und die den Trip von Norden nach Süden machten, waren vom Wirbelsturm 3 Tage in Cairns eingeschlossen worden.
Am nächsten Tag erreichten wir Hervey Bay, den Hauptausgangspunkt für Touren nach Fraser Island. Wer sich nach Fraser mit dem eigenen Allrad wagt, sollte gut damit umgehen können und nicht frustriert sein, wenn er von einem 300 PS MAN-Truck mit bis zu 30 grinsenden Fahrgästen locker überholt wird. Die Tourguides mit den Bussen machen ihren Job seit vielen Jahren und kennen jedes Sandkorn. Es gibt 1- oder 2-Tages-Ausflüge nach Fraser, der größten Sandinsel der Welt. Das Insektenschutzmittel, das im Bus durchgereicht wird, ist rein zur äußerlichen Anwendung! Außerdem sollte gut überlegt sein, was alles nicht eingeschmiert wird, da die Sandfliegen und Moskitos diese Punkte definitiv auffinden und mehrere Tage effektiv markieren. Am Strandhighway von Fraser Island gibt es ein Speedlimit von 80 km/h, zusätzlich wird geblitzt und haben Flugzeuge Vorfahrt. Die Tierwelt auf Fraser Island ist üppig und zum Teil sehr gefährlich: im dichten Busch kann man auf einige der giftigsten Schlangen der Welt treffen (meistens allerdings nur einmal). Auf die Verlockung der Meeresbrandung sollte besser verzichtet werden, da sich in Küstennähe saisonal sehr viele und im Wasser so gut wie unsichtbare Jelly Box Fishes tummeln.
Am nächsten Tag fuhren wir wieder weiter in Richtung Norden. Nach Zwischenstationen in Bundaberg und Rockhampton erreichten wir Airly Beach in den Whitsundays. Diese sind ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch im Great Barrier Reef. Die schönsten Korallenbänke finden sich im Outer Reef, es gibt viele Tourveranstalter, die 1- oder 2-Tages-Ausflüge dorthin anbieten. Wir haben uns für eine 1-Tages-Tour entschieden, um unsere mehr oder weniger nicht vorhandenen Schnorchelerfahrungen auszubauen. Das Riff ist übrigens nachtaktiv und dann dementsprechend farbenfroh. Wer sich nicht dazu entschließen kann, im Meer selbständig zu tauchen oder zu schnorcheln, der kann mit dem Glasbodenboot ebenfalls einen Eindruck der Korallenwelt bekommen. Beim Schnorcheln sind übrigens die bis zu 2 Meter langen Riffbewohner meist die angenehmeren Gesellen, da völlig harmlos. Die kleinen Fische hingegen beißen zuweilen zurück und rächen so ihre gegrillten Artgenossen vom Barbecue des Vorabends. Bei derartigen Verletzungen gilt wie bei kleinsten Abschürfungen durch Korallen: unbedingt verarzten und desinfizieren lassen!
Die nächste Etappe führte uns nach Townsville, einer bezaubernden Küstenstadt. Auf dem Weg dorthin merkten wir deutlich, daß wir uns im weitläufigeren Teil Queenslands bewegten: die Straßen verlaufen schnurgerade bis zum Horizont, im Radio findet sich keiner der Radiosender mehr, die uns zuvor auf außergewöhnliche Weise unterhalten haben. Townsville selbst bietet viele Möglichkeiten, um Souveniers zu erstehen und lädt zu einem gemütlichen Bummel und einem kühlen Getränk in den Fußgängerzonen ein. Gerade letzteres und die immer öfteren Aufenthalte im Pool sind auch ein Anzeichen für das immer tropischer werdende Klima und die steigende Luftfeuchtigkeit.
Weiter ging es nach Mission Beach, wo die Auswirkungen des Cyclons deutliche Spuren hinterlassen hatten. Wieder wurden wir darauf hingewiesen, durch die saisonalen Quallenwanderungen von einem Bad im Meer abzusehen. Allerdings haben auch Strandspaziergänge nach Wirbelstürmen ihre Vorzüge: wir haben nie wieder so viele so schöne Muscheln gefunden.
Einen Tag später erreichten wir die letzte Station unserer Reise: Cairns, das vor allem durch Touren nach Kurranda mit der Scenic Railway und einem Besuch der Barron Falls bekannt ist. Von Kurranda zurück geht es mit der Skyrail, einer beeindruckenden Seilbahn direkt über den Busch - Beschreibungen nach die längste und umweltfreundlichste der Welt. Natürlich kann man auch von Cairns aus noch ins Great Barrier Reef Ausflüge unternehmen. In Cairns zählen zu den Attraktionen zweifelsohne die Shoppingareas mit dem einladenden Einkaufszentrum und der Gegend um den Pier 1. Auch hier läßt sich im ortsansässigen Casino der Geldbeutel auffüllen oder entleeren. Besondere Kleidervorschriften bestehen nicht: mit Koffern, Essen oder ohne Schuhe wird der Eintritt ins Innere allerdings verweigert.
Das waren unsere Reiseerlebnisse aus Queensland und gleichzeitig das Ende der ersten unserer beiden Touren. Somit endet auch unser Reisebericht .....
.... jedenfalls fürs erste ....